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Rundflug über den Harz, Brocken, Wernigerode, Quedlinburg nach Ballenstedt

Rundflug über den Harz, Brocken, Wernigerode, Quedlinburg nach Ballenstedt

Nordwesten vom HarzMontagmorgen, die Sonne scheint und ein kleiner Rundflug wäre genau das Richtige um dem Büro zu entfliehen. Wie gut das es Freunde gibt, die einen daran erinnern das man ja auch an Schlechtwetter Tagen arbeiten kann 🙂 Von daher kam der Anruf von Rainer zum richtigen Zeitpunkt und wir verabredeten uns spontan für einen Rundflug über den Harz mit Norddeutschlands höchster Erhebung dem Brocken mit dem Ziel Ballenstedt. Leider mussten wir unseren Abflug noch um eine halbe Stunde verschieben da zwei freundliche Prüfer des LBA Luftfahrtbundesamtes uns an der Flugplatztankstelle in Porta Westfalica zu einer Stichprobenkontrolle unseres Motorseglers „eingeladen“ haben. Stausee bei Clausthal ZellerfeldDiese Kontrollen werden im Rahmen des ACAM Aircraft Continuing Airworthiness Monitoring durchgeführt und dienen der Sicherheit im Luftverkehr. Im Rahmen der Prüfung wurden sämtliche Papiere wie auch das Flugzeug selbst gecheckt. Sollte etwas nicht in Ordnung sein könnten die Prüfer ein Flugzeug theoretisch auch (je nach festgestelltem Mangel) sofort aus dem Verkehr nehmen also die Lufttüchtigkeit entziehen. Bei uns war aber alles soweit in Ordnung und wir haben im Rahmen der Prüfung einen höchst offiziellen zusätzlichen gratis Vorflugcheck bekommen 🙂 Dokumentiert mit einem Prüfungsprotokoll das an den Verein als Halter, den Flugzeugwart und natürlich an die offiziellen Stellen (LBA) geht. Gipfel des BrockenBei der Prüfung haben wir erfahren, das die netten Herren sogar ins Ausland fliegen um dort Flugzeuge mit deutscher Zulassung zu prüfen. Dies bedeutet das z.B. 1-2 Personen nach Portugal mit einem Airliner fliegen um das dort stehende Flugzeug mit deutscher Zulassung zu prüfen. Und dies komplett auf Kosten des deutschen Steuerzahlers….

Nach dem Start auf Piste 23 ging es direkt auf Kurs 107 an Rinteln, Hameln, dem Süntel und Ith entlang direkt auf den Brocken zu. Die Sicht war prima so das wir schon von weitem den Harz mit seinem ca. 4200 Fuß MSL hohen Brocken sehen konnten. Rapphode Talsperrre HasselfeldeDiese Landmarke kann man einfach nicht verfehlen. Auf dem Weg dorthin überquerten wir die Leine und konnten immerhin Mitte April den Unterschied zwischen Flachland und Mittelgebirge innerhalb weniger Minuten sehen. Waren die Kiesteiche vor dem Harz völlig eisfrei änderte sich dies schlagartig mit den Talsperren und Wasserbecken die die Harzregion mit Trinkwasser versorgen ab einer Höhe von etwa 3000 Fuß MSL. Auch der Schnee wollte sich hier noch nicht gänzlich verabschieden. Direkt über dem Brocken haben wir zwar leider nicht die Dampflok mit Personenwagen gesehen die die Besucher hier direkt zum kleinen Bahnhof auf dem Gipfel des Brocken bringt, dafür aber doch einige Besucher die zu Fuß den Weg zum Gipfel fanden.Ballenstedt Anflug Piste 27 Also auch in der Woche ist der Brocken offensichtlich ein beliebtes Reiseziel. Leicht nordöstlich des Brocken liegt Wernigerode das wir überflogen es folgte Blankenburg und das Ziel Ballenstedt. Wir erhielten die Info, das die Piste 27 in Betrieb ist und die Platzrunde von Ballenstedt in 1300 Fuß MSL bietet viel Platz und Zeit zur Landevorbereitung. Der Flugplatz ist aus der Luft auch schon deshalb sehr gut zu erkennen, weil dort eine große (ausgemusterte) Transportmaschine der Bundeswehr steht. Dieses Flugzeug kann man wohl auch nach Absprache vor Ort besichtigen.

Flugplatz BallenstedtDer Endanflug auf Piste 27 ist aber in so fern interessant, als das direkt vor dem Anfang der Piste 27 eine Landstraße entlangführt, auf der laufender Verkehr unterwegs ist. Man fliegt also unter Umständen nur wenige Meter über PKW und LKW so das theoretisch ein zu flacher Anflug für Zuschauer recht „unterhaltsam“ sein kann. (Natürlich ist dies auf jeden Fall zu vermeiden!). Dies ist wahrscheinlich auch der Grund warum Ballenstedt eine deutlich versetzte Schwelle hat. Rein rechtlich sollte jeder Pilot sein Flugzeug bei der Landeschwelle aufsetzen und keinesfalls davor. Eine Landung vor der Schwelle ist technisch betrachtet eine Aussenlandung.Ballenstedt Quedlinburg Flugplatz Ungeachtet dessen konnten wir bei einer Tasse Kaffee und einer Bockwurst mit Senf und Brötchen auf der Außenterrasse des kleinen Restaurant am Flugplatz Ballenstedt beobachten, das einige Flugzeuge die zu dieser Zeit dort landeten doch großzügig vor der Schwelle aufsetzten. Ist aber auch zugegebenermaßen einfach eine Gewöhnungsfrage. Wenn Sie regelmäßig Flugplätze anfliegen deren Schwelle am Anfang der Piste liegt (wie es wohl mehrheitlich der Fall ist)  ist der Anfang der Piste einfach der Punkt den man als Pilot anzufliegen gewohnt ist.Quedlinburg aus der Luft Alles was danach kommt ist Rollstrecke. Und wenn man als Pilot seinen Fehler im kurzen Endteil möglicherweise bemerkt und wieder Gas gibt um den Anflug zu verlängern kommt es gerne mal zu den Landungen die einen Fluglehrer zur Fortsetzung der Ausbildung animieren würden. Muss also jeder selbst entscheiden ob er eine saubere „Aussenlandung“ macht, eine möglicherweise leicht verbastelte (aber deshalb nicht unbedingt gefährliche) Landung hinlegt oder noch einmal eine Ehrenrunde per durchstarten dreht.

Der Rückflug nach Porta Westfalica führte gleich nach dem Start noch einmal über das schöne Quedlinburg das nur wenige Kilometer vom Flugplatz Ballenstedt entfernt liegt. Quedlinburg gehört sicherlich zu den schönsten Städten im Nordosten des Harz. Die Altstadt von Quedlinburg ist berühmt und gehört meines Wissens auch zum UNESCO Welterbe. Von daher ist dieser Ort in jedem Fall einen Besuch wert. Wie wir hörten gibt es eine Linienbusverbindung direkt vom Flugplatz Ballenstedt nach Quedlinburg so das man auch für kleines Geld mal eben in diese schöne Stadt fahren kann. Von daher bietet Ballenstedt als Ziel für Privatpiloten eine hervorragende Kombination aus reizvoller Landschaft mit dem Harz und kultureller Highlights mit Quedlinburg, die man nach einem Flug entspannt genießen kann. Ein Reiseziel sicherlich für die ganze Familie.

Wernigerode am HarzUnser Rückflug mit Kurs 287 nach Porta Westfalica dauerte etwa  1 Stunde 20 Minuten und verlief ebenfalls problemlos. Da wir an der Nordseite des Harz flogen reichte eine Flughöhe von etwa 3500 Fuß MSL voll aus und wir konnten den Brocken leicht über uns auch gut sehen. Die Sicht wurde allerdings etwas schlechter da sich von Westen ganz langsam ein kleines Gewitter ankündigte. Allerdings waren sicherlich noch etwa 25 km Sicht mehr als genug um sicher nach Hause zu fliegen.

Das Fazit dieses schönen Flugtages: Ich kann jedem Privatpiloten und Fluginteressierten einen Rundflug über den Harz ans Herz legen. Man sieht sehr schöne Landschaften und der Flugplatz Ballenstedt bietet mit moderaten Landegebühren und seiner kleinen Gastwirtschaft alles für einen kurzen Abstecher. Insbesondere ein Ausflug in das direkt in der Nachbarschaft liegende Quedlinburg zum Beispiel mit dem Linienbus der am Flugplatz hält halte ich für sehr empfehlenswert obwohl wir selbst an diesem Tag leider keine Zeit mehr hatten diesen Ausflug zu unternehmen. Mache ich aber mit Sicherheit noch einmal. Übrigens: Quedlinburg bietet auch in der Vorweihnachtszeit ein sehr bekanntes Event. Es gibt hier einen Weihnachtsmarkt der von vielen Menschen als einer der schönsten in ganz Deutschland gesehen wird. Soll aber leider auch so schön sein, das es wohl recht voll sein könnte…. Dazu später aber auch noch mehr wenn ich vielleicht mal in der Weihnachtszeit über den tief verschneiten Harz mit seinen Wintersportgebieten nach Ballenstedt einen Rundflug unternehme.

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